Rezepte per App anfordern und dabei die eigene Medikationshistorie erfassen
Der Apothekendienstleister Ordermed bietet eine App an, mit der Patienten kostenlos Rezepte und Medikamente über ihr Smartphone bestellen können.
Der Anwender müsse nur den Namen des Arzneimittels oder die Packung einscannen und schon bekäme der jeweilige Arzt einen Fax mit der Rezeptanforderung und die Apotheke den Auftrag zur Bestellung. Damit die freie Apothekenwahl gewährleistet bleibt, könne der Patient selbst entscheiden, an welche Apotheke er sich bindet.
Durch die wiederholten Bestellvorgänge werde im Idealfall die gesamte Medikation eines Patienten erfasst und zur Kontrolle möglicher Wechselwirkungen für den Apotheker einsichtig. Sofern der Patient dies erlaubt, hätten auch Dritte einen schnellen Zugang zu den Medikationsdaten.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 9.7.2013
Verblisterung verringert Medikationsfehler in Pflegeheimen
Einer Studie des MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.) zufolge, erhalten etwa 15.000 Patienten in stationären und ambulanten Einrichtungen eine falsche Medikation.
Eine weitere deskriptive Studie von Holger Görges, Einrichtungsleiter der Diakonischen Altenhilfe in Wuppertal, habe ergeben, dass die Fehlerquote bei der Medikamentenversorgung in Heimen, die nicht verblistern, bei durchschnittlich ca. 23 Prozent lag. Bei Heimen, die die Medikamente in der Apotheke verblistern lassen, liege die Fehlerquote dagegen bei 0,83 Prozent.
Zudem sei die Fehlerqoute beim fachgerechten Umgang mit Medikamenten in Heimen, die nicht verblistern signifikant höher (25 Prozent) als in Heimen, die verblistern (1,05 Prozent).
Quelle:
Gesundheit adhoc, 8.7.2013
Regionales Klinik-Netzwerk für individuelle Versorgung
Im Rhein-Main-Gebiet haben sich sieben Kliniken zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, damit Patienten mit Schlaganfall besser behandelt werden können.
Im Rahmen des Pilotprojekts soll das interdisziplinäre Neurovaskuläre Netzwerk Rhein-Main (INVN Rhein-Main) sicherstellen, dass die betroffenen Patienten entsprechend ihrer besonderen Situation optimal therapiert werden.
Eine schnelle Verlegung der Patienten im INVN Rhein-Main soll hochspezialisierte Eingriffe ermöglichen, die nicht jede Klinik rund um die Uhr vornehmen kann. Zudem solle die Nachsorge von Schlaganfallpatienten in allen Kliniken standardisiert werden und regelmäßig interdisziplinäre Gefäßkonferenzen stattfinden.
Quelle:
Universitätsklinikum Frankfurt, 24.6.2013
Krankenkassen fordern strengere Zulassungsrichtlinien zur Einführung neuer Medizinprodukte
Auslöser dieser Debatte seien die fragwürdige Sicherheit und Wirksamkeit einiger zugelassener Medizinprodukte. Der Spitzenverband der Krankenkassen kritisiert, dass die rechtlichen Vorgaben zur Einführung neuer Medizinprodukte zu sehr an den wirtschaftlichen Interessen der Industrie orientiert seien.
Innovative Methoden sollen vor der Zulassung grundsätzlich in mehreren klinischen Studien geprüft und von externen Stellen kontrolliert und überwacht werden.
Der Bundesverband Medizintechnologie vertrete jedoch die Ansicht, dass die bestehenden europäischen Richtlinien für Medizinprodukte ausreichen.
Quelle:
Spiegel, 1.7.2013
Telemedizin: Technik sorgt für Rückschrittlichkeit
Ideen im Bereich der Telemedizin gibt es viele. Häufig stünden jedoch die begrenzten Möglichkeiten der Technik und die Überforderung der Anwender im Weg.
So scheiterte ein neu entwickeltes System zur Beschleunigung von EKG-Daten nach einem Herzinfarkt im Praxistest am fehlenden technischen Know-How der Anwender. Das System sende automatisch E-Mails an einen Kardiologen in der Klinik, welcher die Daten direkt auf dem Smartphone analysieren und Rückmeldung geben könne. Doch die Klinikärzte hätten ein zusätzlich zu tragendes Gerät als lästig empfunden, auch sei der W-Lan-Empfang im Krankenhaus unzureichend gewesen.
Konferenzteilnehmer der Telemed 2013 bemängelten die große Anzahl einzelner Pilotprojekte und eine fehlende flächendeckenden Versorgung.
Quelle:
Spiegel, 5.7.2013
Der Trend geht zu großen Krankenhausverbünden
Die neunte Auflage des „Krankenhaus Rating Reports“ verzeichnete eine merklich verschlechterte Lage deutscher Krankenhäuser in den Jahren 2011 und 2012. Demzufolge hätten ein Drittel der Kliniken das Jahr 2011 mit Verlusten abgeschlossen.
Weiter kam man zu dem Schluss, dass sich künftig immer mehr Kliniken zu großen Verbünden zusammenschließen und ihre Leistungen stärker bündeln werden, um so Kosten einzusparen.
Die Versorgungssicherheit der Patienten werde darunter nicht leiden. Gerade in der Notfallversorgung könne die Umstrukturierung des Krankenhaussektors zu mehr Effizienz führen, indem die Versorgung in den Notaufnahmen zentralisiert, die Ausbildung zur Notfallmedizin verbessert und auf dem Land eine sparsamere Infrastruktur geschaffen werde.
Quelle:
Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, 6.6.2013
Fianzielle Sanktionen gefordert für Gegner der eGK
Bisher hätten die gesetzlichen Krankenkassen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) rund 728 Millionen Euro gezahlt. Weitere Investitionen seien aufgrund des fehlenden Zusatznutzens im Vergleich zur alten Krankenversicherungskarte nicht zu rechtfertigen.
Insbesondere bei den Kassenärzte stieße das künftig geforderte Online-Update der Stammdaten eines Versicherten in der Praxis auf Widerstand. Diesbezüglich wünschten sich die Kassen finanzielle Sanktionen als Drohmittel.
Für die nächste Sitzung des Verwaltungsrates der Projektgesellschaft Gematik wollen die Kassen in einer Beschlussvorlage fordern, dass die betreffenden Ärzte vom Gesetzgeber mit finanziellen Sanktionen belegt werden, sofern sie Termine beim Online Rollout Stufe 1 verschleppen.
Quellen:
Heise Online, 23.6.2013
Deutsche Apotheker Zeitung online, 27.06.2013
US-Krankenversicherung will Gesundheitsdaten nutzbar machen
Mit Hilfe einer neuen App sollen Gesundheitsdaten der US-Krankenversicherung Aetna für Verbraucher, Unternehmen und Ärzte nutzbar gemacht werden.
Daten medizinischer Tracking-Geräte und – sofern dies gewünscht ist – Patientenakten könnten über das Programm „CarePass“ gespeichert werden.
Die App könne medizinische Daten von Arztbesuchen und Medikamenten-Rezepten erfassen und zusätzlich im Sinne des „Quantifed-Self“ genutzt werden. Eine Software leite aus diesen Daten Symptome und Diagnosen ab. Außerdem seien verschiedene Datenschnittstellen enthalten, über die die Gesundheitsdaten auch für Dritte zugänglich würden.
Quelle:
Heise Online, 25.6.2013
Sofortige Abschaffung der elektronischen Gesundheitskarte gefordert
Ein Verband aus Medizin- und Datenschutzgruppen fordert die sofortige Abschaffung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). In einer Stellungnahme sprach man sich gegen die zentrale Lagerung der empfindlichen Patientendaten aus.
Die Mammut-Internetstruktur sei zu störanfällig, um einen sicheren Datenaustausch zu gewährleisten und verursache den Krankenkassen zudem enorme Kosten. Die Lagerung medizinischer Informationen bei privaten IT-Firmen unter Regie der Krankenkassen oder weiterer Körperschaften des öffentlichen Rechts lehnte man kategorisch ab.
Alternativ wurde für eine dezentrale Punkt-zu-Punkt Kommunikation plädiert, die durchaus über elektronische Kommunikationswege laufen könne. Die verschlüsselten Nachrichten, mit vertraulichen medizinischen Informationen, würden so nur den behandelnden Arzt erreichen. Dies sei kostengünstig umsetzbar.
Quelle:
Win Future, 20.6.2013
Neue Testphase für elektronische Gesundheitskarte
Die Gematik gab bekannt, dass ab sofort die technische Dokumentation und die Spezifikationen für den Online-Rollout Stufe 1 (ORS1) der Telematik-Infrastruktur für die Gesundheitskarte (eGK) bereit stünden. Innerhalb von zehn Monaten soll die Technik in den beiden ORS1-Testregionen Nordwest (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) und Südost (Sachsen und Bayern) installiert und bewertet werden.
Die ORS1-Dokumente seien in drei Teilleistungen (Lose) gegliedert. Los 1 umfasse den Stammdatenabgleich der elektronischen Gesundheitskarte, der online in der Arztpraxis erfolgen soll. Los 2 betreffe die Einführung einer qualifizierten elektronischen Signatur auf den Heilberufsausweisen. Los 3 sei für den Aufbau der Telematik-Infrastruktur zuständig.
Im Rahmen ihres Arzneimittelreports hatte sich die Barmer GEK für den Einsatz von elektronischer Gesundheitskarte, elektronischem Rezept und Co. ausgesprochen. Dass das elektronische Rezept auf absehbare Zeit nicht von der Gematik realisiert wird, bringt die Barmer nicht zur Sprache.
Quelle:
Heise Online, 19.6.2013