Physiotherapeuten erhalten die ersten elektronischen Heilberufsausweise
Im Rahmen des Pilotprojekts „elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) für Gesundheitsfachberufe“ werden derzeit 1000 Exemplare des neuen elektronischen Heilberufsausweises an Gesundheitsfachberufe ausgegeben.
Den Anfang bilden die Physiotherapeuten. Mit dem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA), der das Pendant zur elektronischen Gesundheitskarte für Versicherte ist, sollen sie Zugriff auf Funktionen wie das elektronische Rezept und die elektronische Signatur erhalten.
Ziel des Pilotprojektes sei es, die Ausgabe der Ausweise und mögliche Anwendungsszenarien zu testen und bis zum bundesweiten Einsatz weiterzuentwickeln. Im Anschluss daran sollen auch die weiteren Angehörigen der 40 nicht approbierten Gesundheitsberufe mit dem Ausweis ausgestattet werden.
Quelle:
Pressebox, 5.6.2013
Pflegeheime setzen auf Zusammenarbeit mit Ärztenetzen
Zur Verbesserung der Haus- und fachärztlichen Versorgung in deutschen Pflegeheimen suchen Heimträger die Koalition mit Ärztenetzen, darunter auch die Unternehmensgruppe Cura.
Axel Hölzer, der Geschäftsführer der Cura Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime betonte, wie wichtig die systematische Einbindung von verschiedenen zusammengeführten spezialisierten Kompetenzen sei. Dabei setze Cura insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Ärztenetzen und sei bereits an 42 seiner insgesamt 55 Standorte solche Partnerschaften eingegangen.
Wesentliche Inhalte der Zusammenarbeit sind: Verbindlichkeit in der Präsenz, Fallbesprechungen, Fortbildung der Mitarbeiter in den Heimen, Qualitätssicherung sowie Beratung für pflegende Angehörige.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 6.6.3013
Kassenärzte verlangen Korrektur der Gesundheitskarte
Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) haben sich gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in ihrer bisherigen Form ausgesprochen. Das System sei technisch nicht ausgereift und verzögere die Abläufe in den Praxen.
Sie lehnten eine weitere Mitarbeit in der Betreibergesellschaft Gematik ab, sofern die elektronische Gesundheitskarte weiterhin nur die Interessen der gesetzlichen Krankenkassen berücksichtige. Notfalls werde der Verband auch die Auflösung der Gematik fordern, hieß es in dem Beschluss der Delegiertenversammlung.
Quellen:
Heise Online, 27.5.2013
Der Westen (WAZ), 27.5.2013
Mobile Health: Hürden für Kassenpatienten
Eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney kam zu dem Schluss, dass sich der Markt für Gesundheitsdienstleistungen mit mobilen Technologien bis 2017 verdreifachen werde.
Trotz des Potenzials zur Vereinfachung des Gesundheitssystems werde der Einsatz von Mobile Health in der medizinischen Versorgung ausgebremst. Hürden bei der Zulassung, Regulierung und Erstattung durch die Krankenkassen würden die Entwicklung in der medizinischen Grundversorgung behindern.
Insbesondere die Schwierigkeiten bei den Vergütungsstrukturen seien ausschlaggebend dafür, dass die Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen zuletzt von den Mobile-Health-Innovationen profitieren werden.
Quelle:
Presseportal, 3.6.2013
Nebenwirkungsdatenbank der BfarM jetzt öffentlich zugänglich
Die Nebenwirkungsdatenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) steht seit dem 23.4.2013 mit einem Online-Zugang zur Verfügung.
Mit Hilfe der öffentlich zugänglichen Datenbank „UAW-DB„, in der seit 1995 Daten gesammelt würden, sollen Recherchen in anonymen Verdachtsfällen ermöglicht werden. Eingehende Verdachtsfälle würden von der BfarM analysiert und interpretiert, um anschließend ein Fazit daraus ziehen zu können.
Gesucht werden kann nach Begriffen und Wirkstoffen. Die Suche selbst lässt sich nach Zeiträumen und Altersgruppen einschränken.
Quelle:
BfarM, 23.4.2013
Ärzte Zeitung, 24.5.2013
Neue Medikamente bringen selten Fortschritte
Der Innovationsreport der Techniker Krankenkasse (TK) kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich zwei von 23 Medikamenten, die im Jahr 2010 und Anfang 2011 auf den Markt gekommen sind, einen nennenswerten Zusatznutzen für die Behandlung bringen.
Seit dem Einzug des Arzneimittelordnungsgesetzes (Amog), müssen die Pharmafirmen den Zusatznutzen ihrer neuen Präparate nachweisen, bevor sie mit den Kassen in Verhandlung treten. TK-Chef Jens Baas betont, dass die Kassen durchaus bereit wären, mehr für innovative Medikamente auszugeben, aber man müsse solche auch verlässlich erkennen können.
Trotz des schlechten Urteils seien zwölf der 23 Wirkstoffe derzeit Bestandteil ärztlicher Behandlungsleitlinien. Ein Teil davon stamme jedoch noch aus der Zeit vor Amnog. Bei vielen Medikamenten ließe sich aber erst nach der Einführung ein Risikoprofil unter realen Bedingungen ermitteln.
Quelle:
Spiegel Online, 31.5.2013
Schweiz – Ärztliche und pharmazeutische Beratung per Telemedizin
Der schweizer Telemedizin-Anbieter Medgate bietet Patienten eine rein telemedizinische Betreuung, meist über das Telefon, an. Nach dem Motto „Doc around the clock“ bekämen die Patienten, die es wünschen, eine Fernbehandlung von einem der rund 250 Mitarbeiter des Unternehmens oder den Spezialisten, die als Partnerärzte von Medgate fungierten. Die Ärzte im Zentrum würden dabei nach Leitlinien arbeiten, um sicher entscheiden zu können, ob ein Patient einen Arzt konsultieren muss oder nicht.
Außerdem sei es Apothekern in über 200 Partner-Apotheken möglich medizinische Hilfe des Unternehmens per Videokonferenz, im Rahmen der Kundenberatung, in Anspruch zu nehmen.
Die Daten der Medgate-Patienten würden am Empfang von den Mitarbeitern aufgenommen, woraufhin ein Arzt später zurückrufe. Medgate habe für die Versicherungen teilweise eine Gatekeeper-Funktion, um unnötige Arztkonsultationen zu vermeiden.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 23.5.2013
Intersektorale Vernetzung der Märkischen Gesundheitsholding
Die Märkische Gesundheitsholding, einer der größten Gesundheitsversorger in Nordrhein-Westfalen, kommuniziert über ein Telemedizin-Netz, dessen Dateninfrastruktur nun vom Corporate Network von Pironet NDH vereinheitlicht wurde.
Der Aspekt der Datensicherheit sei ausschlaggebend dafür gewesen, dass die Wahl auf Pironet NDH fiel. „Durch das neue Telemedizin-Netz bündeln wir unsere komplette Datenkommunikation über eine einheitliche Hochsicherheits-Infrastruktur“, erklärt Dietmar Dorroch, IT-Leiter der Gesellschaft.
Über das Telemedizin-Netz könnten nun alle Einrichtungen unter anderem auf das zentrale Krankenhaus-Informationssystem (KIS) zugreifen. Dieses speichere elektronische Patientendaten und steuere Verwaltungsprozesse. Außerdem sei der Zugriff auf mobile KIS möglich und zwar über verschlüsselte, auf höchster Stufe gesicherte Datenverbindungen.
Quelle:
Pressebox, 15.5.2013
Direkte Rezeptübermittlung an Apotheken ist unzulässig
Eine direkte Übermittlung von Rezepten an eine Apotheke ist unzulässig. Diesen Beschluss äußerte das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen am 14. Februar 2013.
Ursache dafür war die Klage einer Apothekerin. Ihr wurde untersagt, Absprachen mit Ärzten bezüglich der Rezeptübersendung zu treffen. Denn sie habe in erheblichem Umfang Rezeptverordnungen direkt vom ausstellenden Arzt bekommen und die Medikamente anschließend an die Kunden ausgehändigt.
Die Klage wurde abgewiesen, da den Kunden die Möglichkeit zur freien Entscheidung bezüglich der Apothekenwahl genommen werde und ihnen der Zugriff auf die Rezepte verwehrt bleibe.
Quelle:
Deutsche Apothekerzeitung, 12.4.2013