Kategorie: ‘Apotheker’
Apothekerverband bemängelt E-Health-Gesetz
Das E-Health-Gesetz sieht für Patienten, die drei oder mehr Medikamente (auch Selbstmedikation) einnehmen, einen Medikationsplan vor.
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) kritisiert vor allem die „fehlende routinemäßige Einbindung der Apotheken“, wie ABDA Präsident Schmidt erklärte.
Die Erstellung des Medikationsplans soll weitestgehend von Ärzten übernommen werden, die dafür auch Anspruch auf Vergütung haben. Apotheker dürfen lediglich Aktualisierungen vornehmen, wofür allerdings keine laut Gesetz keine Vergütungsansprüche vorgesehen sind. Für ABDA Präsident Schmidt handle es sich bei der Medikationsanalyse jedoch um eine komplexe pharmazeutische Tätigkeit, die auch entsprechend vergütet werden sollte.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 29.05.2015
DAZ.online, 30.05.2015
Rückruf von Importarzneimitteln
Wie die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK) bekannt gab, müssen erneut „nicht verkehrsfähige Packungen“ aus dem Arzneimittelimport zurückgerufen werden. Laut Importunternehmen handle es sich um unveränderte Originalware, allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Ware von nicht autorisierten Großhändlern in die Lieferkette geraten seien.
Rückrufe vergangenen Jahres waren Folgen gestohlener Diebstähle aus Italien.
Quelle:
DAZ.online, 19.05.2015
Ärzte verweigern sich dem Stammdatenabgleich
Ärzte fühlen sich nicht für den online Stammdatenabgleich der elektronischen Gesundheitskarte verantwortlich, wie man auf dem Ärztetag in Frankfurt nun verlauten lies. So sei dies eine rein administrative Aufgabe, die Sache der Kassen sei und nichts im ärztlichen Alltag zu suchen habe.
Ab Herbst soll in einigen Regionen Deutschlands der Datenabgleich getestet werden. Laut gematik dauere das nicht länger als 5 Sekunden. Dabei werden neben der Adresse des Versicherten, die Gültigkeit der Versicherung, sowie dessen Zuzahlungsstatus online geprüft. Trotzdem solle der vierteljährliche Abgleich laut Ärzteschaft eher in Krankenkassenfilialen oder Apotheken erfolgen.
Gleichzeitig sei die Ärzteschaft jedoch grundsätzlich gegenüber sinnvollen telemedizinischen Anwendungen, wie dem Medikationsplan oder dem elektronischen Arztbrief offen, wie man zum Abschluss der Tagung bekannt gab.
Quelle:
heise online, 16.05.2015
e-health.com. 15.05.2015
Schwarzhandel: Arzneiengpässe in Polen
Polens Patienten fehlen lebenswichtige Medikamente. Schwarzhändler bringen die Medikamente über die umgekehrte Lieferkette in Länder wie Deutschland, Schweden, Norwegen oder Dänemark, da hier deutlich höhere Erlöse gehandelt werden. Nach der Erneuerung des Gesetzes für bezuschusste Arzneien gehören Medikamente in Polen zu den günstigsten in ganz Europa.
Etwa 200 Präparate sind vom Schwarzhandel betroffen, für die es oft keine Ersatzprodukte gibt. Unter anderem Insulin, kardiologische Medikamente, Parkinsonmittel oder Arzneien gegen psychische Störungen. Der Wert der Arzneiverschleppung liegt schätzungsweise in Milliardenhöhe.
Problem sei die bedrohte Lage der Pharmazeuten in Polen, die sich oftmals aufgrund der niedrigen Preise für Medikamente nicht am Markt halten können.
Quelle:
Pharmazeutische Zeitung online, 06.05.2015
Arztneimittelfälschungen nehmen pandemisches Ausmaß an
Wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet melden immer mehr Länder gefälschte Arzneiprodukte und Verstöße in der Lieferkette. Feldstudien untersuchten verschiedene Medikamente auf ihre Qualität; Neun bis 41 Prozent entsprachen laut Studienergebnis nicht den Qualitätsvorschriften. Eine Prüfung von Interpol, bezüglich Malariamitteln und Antibiotika bestätigte, dass rund ein Drittel der Wirkstoffe nicht den Spezifikationen des Arzneibuches entsprachen.
Pharmaceutical Security Institute’s Counterfeit Incident System (CIS) ermittelte für 28 Prozent der Medikamente China als Ursprungsland für Entdeckung oder Vorfall. Der Rechtswissenschaftler Amir Attaran von der Universität Ottawa in Kanada fordere daher eine Einigung der Community der öffentlichen Gesundheit, der Strafverfolgungsbehörden und der Pharmaindustrie in einem internationalem Übereinkommen.
Das Modellgesetz finden Sie hier.
Quelle:
DAZ.online, 25.04.2015
Biotech-Verband fordert Daten der eGK
Forschungsunternehmen der Biotech-Branche kritisierten den Entwurf des E-Health-Gesetzes. Sie bräuchten eine möglichst breite Datengrundlage für Forschungszwecke und damit auch Zugriff auf die digitalen Daten der elektronischen Gesundheitskarten (eGK). Anonymisierungs- oder Pseudonymisierungsverfahren ermöglichten das deutsche Datenschutzniveau einzuhalten, erläuterte der Verband deutscher Biotechnologie-Unternehmen.
Die Biotechnologieunternehmen fordern daher, neben Kassen, Ärzten und Apotheker in Entscheidungsprozesse der Telematikinfrastruktur und der eGK miteinbezogen zu werden.
Quelle:
heise online, 09.04.2015
Neuer Gesundheitspakt für Hessen
Im Gesundheitspakt 2.0 der Landesregierung Hessen gehören zu den 15-Paktpartnern auch der Landesapothekerverband (LAV) und die Landesapothekerkammer (LAK) Hessen. Der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner sehe diese Kooperationsform und ein gemeinsamses Vorgehen als wesentlicher Bestandteil, um bedarfsgerechte medizinische Versorgung zu leisten.
Dazu werden Fortbildungen für Gesundheit- und Pflegeberufe angeboten, fachübergreifende Gesundheitszentren geschaffen und ein Medikationsplan erarbeitet. Der neue Pakt solle aber vor allem die Arbeit zwischen Ärzten und Apothekern fördern und maßgeblich die Effektivität der Arzneimitteltherapie verbessern, wie Kammerpräsidentin Ursula Funke bekannt gab.
Quelle:
DAZ.online, 24.03.2015
Gemeinsame Ausbildung für Gesundheitsberufe
Schwerpunkt beim Interprofessionellen Gesundheitskongress am 17./18. April in Dresden war die Kommunikation zwischen Akteuren im Gesundheitswesen.
Renate Tewes, Professorin der Evangelischen Hochschule Dresden wies auf Fehlentscheidungen hin, die aufgrund schlechter Kommunikation zwischen Arzt und Pflegepersonal auftreten. Laut Tewes könne man die Kommunikationswege deutlich verbessern indem man eine gemeinsame Ausbildung für Gesundheitsberufler schaffe. Kommunikation auf interprofessioneller Ebene müsse systematisch geübt werden.
Thomas Meißner, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Pflegerates sprach auch die schlechten Kommunikationsmöglichkeiten an. Modernere Informationswege oder eine elektronische Patientenakte würde vieles erleichtern, so Meißner.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 18.03.2015
Projekt zur Vermeidung von Medikationsfehlern
Das Universitätsklinikum Frankfurt stellte gestern das neu erarbeitete Klinik-Projekt zur Vermeidung von Fehlern bei der Medikamentenvergabe in Kliniken vor.
Schölmerich, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik gab bekannt, dass Studien zufolge 80% der Behandlungsirrtümer Fehler in der Medikamentenvergabe seien. Dabei könnten auch lebensbedrohliche Fehler auftreten.
Das Projekt sieht vor, Patienten mit Hilfe von Informationsmaterial anzuregen, Fehler oder Auffälligkeiten zu melden. Aufgabe der Apotheke ist Medikamente mit unterschiedlich aussehender Verpackung zu beziehen oder wenn nötig zu markieren, um Verwechslungen zu vermeiden. Zudem soll bis Ende des Jahres eine Software installiert werden, die die Medikation aller Patienten erfasst und Medikationsfehler meldet. Auch Wechselwirkungen von Präparaten werden angezeigt.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 19.03.2015
Pharmazeutische Zeitung online, 19.03.2015
Medikationsmanagement für alle Apotheken
Aktuell laufen verschiedene Modellprojekte zur Etablierung eines erfolgreichen Medikationsplans. Jaehde, Leiter der Klinischen Pharmazie in Bonn fordert, dass sich alle Apotheken an den Modellprojekten beteiligen, um so das gesamte Team für das Medikationsmanagement zu qualifizieren. Eine Fortbildung im Umfang von acht Stunden, sei deutlich zu wenig.
Präsident Schmidt der ABDA machte deutlich, dass die Einstiegshürde jedoch nicht zu hoch sein dürfe. Allerdings könne man laut AMTS-Managerin Waltering einiges über seine Schwächen und Grenzen lernen.
Quelle:
Pharmazeutische Zeitung online, 09.03.2015