Vernetzende Software zur Genominterpretation soll Ärzte unterstützen
Der Genanalysespezialist Illumnia hat eine neue Software in sein Programm aufgenommen, mittels derer Ärzte gemeinsam genetische Daten in brauchbare Diagnosen umwandeln können.
Die Software zur Genominterpretation ist in die bestehende Desktop-Sequenzierungsplattform des Unternehmens integriert. Im Rahmen eines Netzwerkes bietet es die Möglichkeit, Gendaten mit den Ergebnissen anderer Praxen und Labors abzugleichen und zu teilen.
Quelle:
Heise Online, 10.10.2012
Verbraucher können Arzneimittelnebenwirkungen online melden
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut PEI für Impfstoffe haben die Testphase für ein neues Internetportal gestartet, bei dem Patienten Nebenwirkungen von Medikamenten direkt melden können.
Unter der Adresse www.verbraucher-uaw.pei.de können unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) ohne Umweg über den Arzt verschlüsselt an die Behörden übermittelt werden.
Mit dieser Maßnahme soll direkten Patientenmeldungen mehr Bedeutung beigemessen, Risikosignale rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden können.
Quelle:
Spiegel.de, 4.10.2012
Die Welt, 2.10.2012
Projektdatenbank – Netzwerk zur Versorgungsforschung
Die sich im Aufbau befindende „Projektdatenbank Versorgungsforschung Deutschland“ ist ein öffentlich zugängliches, kostenfreies Online-Register für deutschlandweite Projekte der Versorgungsforschung.
In der Datenbank, die vom Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Uni Köln und des Wissenschaftlichen Instituts der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) gestartet wurde, können Forscher ihre Projekte vorstellen und sich gleichzeitig über bestehende Projekte informieren.
Die Internetplattform soll wissenschaftliche Kompetenzen vernetzen und dazu beitragen, mehr Transparenz über Forschungsergebnisse im Bereich der Gesundheitsversorgung zu schaffen, um dadurch die Versorgung effektiver gestalten zu können.
Quelle:
Ärzteblatt, 2.10.2012
Landesweites Netzwerk soll Krankenhausinfektionen vorbeugen
Das Universitätsklinikum Jena stellte heute ein landesweites Netzwerk Namens „Alerts-Net“ vor, mit dessen Hilfe die Verbreitung von Krankenhausinfektionen in Thüringen verringert werden soll.
Das gemeinsame, thüringenweite Netzwerk von insgesamt 22 Kliniken, 14 Reha-Einrichtungen und 14 mikrobiologische Laboren führe erstmalig in Deutschland Daten von Patienten zusammen, bei denen krankheitsauslösende Keime im Blut nachgewiesen wurden. In einem zweiten Schritt wollen die Netzwerkpartner gezielt Maßnahmen zur nachhaltigen Infektionsprävention und verbesserten Diagnostik ausbauen und überprüfen.
Der große Unterschied zu anderen Netzwerken im Kampf gegen Krankenhausinfektionen liege darin, dass die gemeldeten Daten auf Basis von Erkrankungen gebündelt würden, nicht aufgrund eines Besiedelungsnachweises durch ein Screening.
Quelle:
Ärzteblatt, 8.10.2012
IDW, 8.10.2012
Sanicare stellt Krankenhausversorgung ein
Die Insolvenz der Versandapotheke Sanicare könnte bei einigen deutschen Krankenhäusern zu Medikamentenengpässen führen.
Beteuerte das Unternehmen anfangs noch Großkunden weiterhin zu beliefern, sei nun nach Angaben des Insolvenzverwalters die Arzneimittel-Lieferung von rund 50 Kliniken eingestellt worden.
Grund dafür sei u.a., dass Zulieferer des Unternehmens aus Bad Laer ihrerseits Schulden befürchteten, falls sie weiter Material an Sanicare abgeben.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 4.10.2012
Eye-Phone – Ein mobiler Helfer für den Augenarzt
Ein britischer Nachwuchsmediziner hat das bereits bekannte Photo-Handy mit einem Ophthalmoskop verbunden und so das „Eye-Phone“ entwickelt. Mit diesem Gerät lässt sich der Augenhintergrund fotografieren.
Es sei nicht nur kostengünstiger, sondern auch mobiler als herkömmliche Instrumente einer augenärztlichen Praxis. Verbunden mit einem Smartphone könnten Befunde dokumentiert und Bilder bequem per E-mail an einen Augenarzt übermittelt werden.
Quelle:
Ärzteblatt, 1.10.2012
Selbstauflösende elektronische Implantate
US-Forschern ist es gelungen, elektronische Implantate zu entwickeln, die sich nach einer gewissen Zeit selbst zersetzen und so einigen Patienten eine zweite Operation ersparen könnten.
Die nötige Elektronik erzeugten die Wissenschaftler aus Magnesium, Magnesiumoxid und Silizium. Umhüllt wurde das Ganze mit einer Schicht aus Seide.
Zur Demonstration der Wirksamkeit des neuen Verfahrens versetzten die Forscher Laborratten mit einem Chip, welcher das Gewebe durch lokale Erwärmung über einen Zeitraum von zwei Wochen keimfrei hielt, bevor er sich wie geplant auflöste.
Quelle:
Heise Online, 29.9.2012
Heise Online, 28.9.2012
Ärzte bewerten gesetzliche Krankenkassen
Das neue Internetportal Krankenkassen-Navigator erlaubt es Vertragsärzten und Psychotherapeuten, gesetzliche Krankenkassen zu bewerten.
Mit Hilfe des Navigators können Ärzte ihre Erfahrungen mit den Krankenkassen öffentlich schildern und bewerten. Die Bewertung erfolgt in Schulnoten und beinhaltet die fünf Rubriken Therapiefreiheit, Regresse, Bürokratie, Selektivverträge sowie Service und Information.
„Damit haben wir endlich die Möglichkeit, auch mal das Verhalten der Krankenkassen transparent zu machen“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Köhler.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 28.9.2012
Versandapotheke Sanicare meldet Insolvenzverfahren an
Die Versandapotheke Sanicare hat nach dem Tod des Firmengründers Johannes Mönter diese Woche einen Nachlassinsolvenzantrag gestellt. Betroffen seien die Versandapotheke sowie drei niedergelassene Sanicare-Apotheken in Bad Laer, Versmold und Bielefeld. Die 50 Kliniken und mehrere hundert Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen, die Sanicare mit Medikamenten versorgt, werden aber nach Angaben des Unternehmens weiter beliefert.
Zuvor hatte der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) vor möglichen Folgen gewarnt: Sanicare habe in den vergangenen Jahren durch eine aggressive Markt- und Preispolitik eine Reihe auch großer Krankenhausapotheken aus dem Markt verdrängt. Dies könne sich für die Kliniken jetzt rächen.
Quelle:
Heise Online, 27.9.2012
PE-Games: Computerspiele als systematische Therapiehilfe
PE-Games (Patient Empowerment Exercise Video Games) gelten als ein neuer Trend in der Medizin und sind auf dem Weg, eine systematische Therapiehilfe zu werden.
Die auf bestimmte Krankheiten zugeschnittenen Computerspiele sollen einerseits über die betreffende Krankheit aufklären und andererseits dem Patienten ein aktives Teilnehmen am Therapieprozess ermöglichen.
Ähnlich wie bei der Entwicklung neuer Medikamente müssen Details wie Dosis, Dauer und die genaue Wirkung jedoch noch eingehend geprüft werden.
Quelle:
Futurzone, 21.9.2012