Pilotprojekt zum patientenindividuellen Medikationsmanagement
Die AOK Rheinland/Hamburg und der Apothekerverband Nordrhein wollen ein gemeinsames Pilotprojekt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapie in Alten- und Pflegeheimen starten.
Zentrales Thema sei die patientenindividuelle Umsetzung eines Medikationsmanagements durch den Apotheker, um u.a. unerwünschte Wechselwirkungen (UWA) durch Polymedikation zu reduzieren. Für die Mitarbeit der Apotheker sei eine Vergütung in Höhe von 55 Euro pro Medikationscheck vorgesehen.
Quelle:
Deutsche Apotheker Zeitung, 26.11.2012
Gendermedizin: Neue Studie zum Herz-Kreislauf-Risiko bei Frauen
Vieles in der Medizin ist auf den männlichen Körper abgestimmt und an diesem erforscht, was fatale Folgen für die weiblichen Patienten haben kann.
Vor diesem Hintergrund soll dieses Jahr die Berliner Frauen-Risikoevaluation BEFRI starten und geschlechtsspezifische Erkrankungsunterschiede erforschen. Die geplante repräsentativen Befragung von 1000 Frauen soll die Selbsteinschätzung bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Bereitschaft zur Prävention ermitteln.
Mit BEFRI erhoffen Wissenschaftlerinnen sich eine neue Öffentlichkeit für geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bessere Diagnostik in Kliniken, mehr Prävention.
Quelle:
Spiegel, 20.11.2012
Apotheken sollen alle verordneten Medikamente erfassen
Die nordrhein-westfälische Landesgesundheitskonferenz (LGK) habe einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Optimierung der Arzneimitteltherapie beschlossen, um mögliche Risiken bei der Einnahme mehrerer Medikamente zu reduzieren.
Als Schnittstelle sollen insbesondere die Apotheken dienen. Diese werden alle verordneten Medikamente einschliesslich der Selbstmedikation der Patienten mit Hilfe eines persönlichen Medikationsplans, der vom behandelnden Arzt erstellt werden kann, erfassen. Diesen Medikationsplan könnten die Patienten dann wie eine Versichertenkarte immer bei sich tragen.
„Mit diesem Bündel an Maßnahmen wollen wir zum einen die Sicherheit für Patientinnen und Patienten, zum anderen aber auch die Verordnungssicherheit für Ärztinnen und Ärzte erhöhen“, betonte Ministerin Steffens.
Quelle:
Deutsche Apotheker Zeitung, 24.11.2012
NRW.de, 26.11.2012
iMedication: Eine smarte Medikamenten-Software gegen Nebenwirkungen
Österreich: Ein im Rahmen des Forschungsprojekts „iMedication“ entwickeltes Medikamenten-Software-System soll die frühe Identifikation von unerwünschten Arzneimittelwirkungen unterstützen und so die Patientensicherheit erhöhen.
Das Software-Pilotsystem, das am Universitätsklinikum Salzburg validiert wurde, durchsuche die elektronische Patientenakte nach möglichen Arzneimittelrisiken und schlage gegebenenfalls Alarm. Je nach Risikograd würden im Anschluss unterschiedliche Vorgehensweisen empfohlen und derartige Arzneimittelwirkungen gemeldet.
Quelle:
Computerwelt, 22.11.1990
Neue Software zur Verbesserung des Versorgungsmanagements
Die CompuGroup und Medical Deutschland AG (CGM) und die OptiMedis AG arbeiten gemeinsam an einer webbasierten Software, die zukünftig die medizinische Versorgung und die Arbeit von Ärztenetzen verbessern soll.
Bereits praxiserprobte Behandlungspfade des „Gesunden Kinzigtals“, das von OptiMedis gemanagt wird, sowie elektronische Patientenakten sollen dabei in einer IT-Gesamtlösung integriert werden. Die neue sektor- und fachübergreifende Software soll die Vernetzung von Ärzten fördern und ein Management-Tool zur Organisation der zentralen Prozesse darstellen.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 18.11.2012
Apotheken bieten umfassende Hilfestellung für Diabetiker
Einige Apotheken bieten Diabetespatienten ein umfassendes Hilfsangebot. Deutschlandweit habe sich bereits rund ein Fünftel des Apothekenpersonals in Fortbildungen auf Diabetes spezialisiert, Tendenz steigend.
Neben einem qualifizierten Schulungsgespräch gehörten in den entsprechenden Apotheken auch eine fachgerechte Ernährungsberatung, Blutzuckermessung, Hilfe bei der Suche nach einer passenden Selbsthilfe- oder Sportgruppe und bei Bedarf auch die Erstellung eines individuellen Medikamenten-Einnahmeplans zum Programm.
Dieses breite Serviceangebot der Apotheken sei sowohl ein wertvoller Beitrag zur Gesundheitsversorgung als auch zur Prävention.
Quelle:
Deutschland Today, 13.11.2012
Digitale Gesundheitswirtschaft spart Kosten
Ein intelligentes Gesundheitsnetz könnte dem deutschen Gesundheitssytsem einen Nutzen von über 12 Milliarden Euro jährlich bringen. Das ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im Auftrag des BITKOM.
Voraussetzung dafür sei u.a. der flächendeckende Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte, der elektronischen Patientenakte sowie von Telemonitoring Systemen. Ein Vorbild dazu sei Dänemark. Dort finde rund 70 Prozent der Kommunikation zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen elektronisch statt.
Eine Verbesserung der Versorgung und gleichzeitige Kosteneinsparung mit Hilfe neuer Technologien hat sich auch das zweijährige Vorhaben „Modellregion für eine digitale Gesundheitswirtschaft Franken“ zum Ziel gesetzt. Mit einheitlichen Standards für Geräte und Systeme sollen durchgängige elektronische Lösungen von der Diagnose über den Austausch der Daten/Informationen zwischen den Ärzten und Klinken bis zur Abrechnung mit der Krankenkasse realisiert werden können.
DAK bietet Spezialisten-Netzwerk gegen Burn-out an
Die DAK-Gesundheit bietet ihren Versicherten in Berlin seit kurzem ein Spezialisten-Netzwerk gegen Burn-out an und reagiere damit auf die starke Zunahme der Krankschreibungen wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen.
An dem bundesweit bisher einmaligen Projekt seien über 25 Ärzte, 20 Sozio- und sieben Psychotherapeuten sowie mehrere Reha-Sport-Einrichtungen beteiligt. Den Betroffenen werde frühzeitige und gezielte Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Probleme geboten.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 5.11.2012
AXA und DBV kooperieren mit Ärztenetzwerk
Versicherten der AXA und der DBV steht künftig ein neues Beratungs- und Unterstützungsangebot zur Verfügung. In Kooperation mit einem Netzwerk aus Ärzten und Kliniken entwickelte die private Krankenversicherung einen „Gesundheitsservice 360°“.
Dieser Service stelle Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern eine qualifizierte Rundum-Beratung und -Begleitung zur Verfügung. Ausgewählt würden Partnerärzte, die in ihren Fachgebieten anerkannte Spezialisten sind. Diese seien dann wiederum zu einer leitlinienorientierten Behandlung verpflichtet und bekämen keine Extra-Vergütung.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 11.11.2012
Pharmakonzerne sollen mehr Transparenz zeigen
Das British Medical Journal (BMJ) will als erste große medizinische Fachzeitschrift ab 2013 nur noch solche klinische Arzneimittelstudien veröffentlichen, deren Rohdaten anderen Forschern, auf deren Verlangen hin, zur Verfügung gestellt wurden.
Anlass sei der Vorwurf, die Pharmaindustrie würde die Hälfte der Daten aus klinischen Studien geheim halten oder der Öffentlichkeit falsch preisgeben, wodurch u.a. mögliche Risiken für Patienten verdeckt blieben. Viele derzeit eingesetzte Medikamente erschienen daher wirkungsvoller und vor allem sicherer, als sie es wirklich sind.
Der, in der Kritik des BMJ stehende, Pharmakonzern Roche weist solche Anschuldigungen zurück und betonte, dass man aus rechtlichen Gründen und Geheimhaltungsauflagen keine Patientendaten bereitstellen würde.
Quelle:
Spiegel, 6.11.2012