Tschechien stoppt elektronische Patientenakte IZIP
Ein weiteres nationales eHealth-Projekt, die elektronische Patientenakte IZIP für ganz Tschechien, geht unrühmlich zu Ende. Es werden insbesondere zwei Probleme hervorgehoben:
- Ärzte und Patienten hatten Bedenken bezüglich der Datensicherheit, da das private System der Kontrolle der staatlichen Datenschützer entzogen war.
- Die Lizenzzahlungen für das System waren den nicht an der Entwicklung beteiligten Krankenkassen zu hoch.
Das Ende des Systems führt zu einem weiteren Problem:
Mit dem Stopp der zentralen Datenbank von IZIP müssen die Patienten die Daumen drücken, dass ihre dort eingepflegten Daten dezentral bei örtlichen Geschäftsstellen der VZP und später bei den Leistungserbringern gespeichert und nicht gelöscht werden.
via Heise Online
Eine echte Innovation: Die neue Apotheken-App
Die neue kostenlose Apotheken-App „Apotheke vor Ort – meine Stamm-Apotheke“ bietet den Apothekenkunden einen optimalen Draht zu ihrer Stammapotheke und erleichtert den Patienten das Gesundheitsmanagement durch viele nützliche Funktionen. Rezepte und verschreibungsfreie Medikamente können über das Smartphone bestellt und nachbestellt werden. Weiter stehen Beipackzettel zu über 77.000 Arzneimitteln zur Verfügung sowie die Möglichkeit, eine persönliche Medikamentenliste anzulegen. Apotheker können mittels dieser persönlichen Medikamentenliste jederzeit mögliche Neben- und Wechselwirkungen überprüfen.
Quelle:
Presseportal.de, 15.5.2012
Compliance verbessern durch intelligente Verpackung
Das im Gronauer IZG ansässige Unternehmen Qolpac hat eine App namens Health-E-ness entwickelt, die die Tablettenentnahme registriert und den Patienten daran erinnert, seine Medizin im programmierten Zeitraum einzunehmen.
Pillendosen und Blisterverpackungen sind mit dünnen, Transponder versehenen Folien ausgestattet und ermöglichen eine drahtlose Kommunikation mit dem Smartphone des Patienten.
Mit derselben Technik lassen sich noch weitere Anwendungen denken wie z.B. die Speicherung relevanter, vielleicht sogar lebenswichtiger medizinischer Daten, die im Notfall abgerufen werden können.
Quelle:
Ahlener Zeitung, 16.5.2012
E-Medikation in Österreich
Die Gefahr von Wechselwirkungen bei der Verwendung mehrerer Medikamente – auch rezeptfreier – wird drastisch unterschätzt. In Österreich verspricht man sich einen besseren Überblick über alle Arzneimittel, die ein Patient einnimmt, sowohl rezeptpflichtige als auch rezeptfreie Arzneimittel zur Selbstmedikation, durch die Einführung von E-Medikation. Darunter versteht man die elektronische Erfassung ärztlich verordneter oder in der Apotheke rezeptfrei gekaufter Medikamente. Bei e-Medikation handelt es sich um eine erste Anwendung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) in Österreich.
Quellen:
Öffentliches Gesundheitsportal Österreich, 13.5.2012
Die Presse, 11.5.2012
E-Health-Com News, 11.5.2012
Samsung geht unter die Haut
Samsung hat beim amerikanischen und europäischen Patentamt einen Patentantrag auf ein „Implantable Medical Device“ eingereicht. Es soll in der Lage sein, innerhalb des Körpers Daten zum Beispiel über die Funktion des Herzens zu sammeln.
via Heise Online
eGK: Aktionsbündnis warnt vor Risiken und Nebenwirkungen
Das Aktionsbündnis Stoppt die e-Card ruft die Ärzte auf, sich der Einführung der eGK zu widersetzen.
Noch sei es nicht zu spät, das Kartenprojekt zu stoppen, erklärte die Hausärztin Silke Lüder.
Die Kritik an der eGK betrifft vor allem den Datenschutz, der aufgrund der Speicherung der Daten im Internet auf für alle verfügbaren Servern in Frage gestellt wird. Weiter wird befürchtet, dass der Arzt durch den künftigen Online-Datenabgleich der Stammdaten zum verlängerten Arm der Krankenkassen wird.
via Heise Online
Patientenpartizipation: Informiert entscheiden können
Patienten konsultieren in vielen Fällen das Internet, um sich über ihre Gesundheit beziehungsweise Krankheit zu informieren. Meistens führt die unorganisierte Menge an Informationen unterschiedlichster Qualität jedoch zu Verwirrung anstatt zur Aufklärung.
Vertreter der evidenzbasierten Medizin schlagen deshalb vor, eine zentrale Plattform einzurichten, auf der sowohl Ärzte wie auch speziell geschulte Patienten Gesundheitsinformationen für Patienten und medizinisches Fachpersonal bereitstellen. Mittels einer solchen Plattform könnten Ressourcen unterschiedlicher Akteure gebündelt und vernetzt werden.
Quelle: Ärzteblatt 2012, 109(13): A-632 / B-547 / C-543, von Heike E. Krüger-Brand
Wer Leseprobleme hat, stirbt früher?
Schwedisches Modell: Umweltverträglichkeit von Medikamenten per digitalem Apothekenregister
In Schweden können sich Ärzte über die Umweltverträglichkeit von Medikamenten per digitalem Apothekenregister informieren. Stehen mehrere, gleich wirksame Mittel zur Verfügung, kann der Arzt das umweltfreundlichste verschreiben. Wissenschaftlichen Beobachtungen zu Folge soll sich seither die Wasserqualität verbessert haben. Eine EU-Arbeitsgruppe überlegt nun, ob die schwedische Initiative europaweite eingeführt werden soll.
Quelle:
Wirtschaftswoche, 18.2.2012, von Susanne Kutte
Lücken in puncto Wasserqualität in Deutschland
Seit Ende der 90er Jahre ist die Behörde in die Zulassung von Arzneimitteln fest eingebunden und prüft mögliche Umweltauswirkungen für jedes neue Medikament. Im Falle eines Umweltrisikos kann sie jedoch nicht verhindern, dass ein Medikament trotzdem zugelassen wird, da die gesetzliche Grundlage dazu fehlt.
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