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SmartMed

Computermodelle zur Tumorbekämpfung

10. Juli 2012 | von

Neue Computermodelle, die bei HIV-infizierten Patienten Resistenzen gegen Wirkstoffe aufdecken können, scheinen auch für eine verbesserte, individualisierte Krebsbehandlung vielversprechend zu sein.

Ähnlich wie beim HIV/AIDS Virus, das sich ständig verändert und dadurch Medikamentenresistenzen entwickelt, verhalten sich Tumore in jedem Patienten anders und verändern sich im Laufe der Zeit. Durch die Bestimmung der molekularen Besonderheiten des jeweiligen Tumors können die Wirkstoffe individuell angepasst werden.

Grundlage für diesen neuartigen Ansatz sind mathematische Modelle, die in der Datensammlung verborgene Muster und Zusammenhänge entdecken. Dieser systematische statistische Ansatz ist eine wichtige Alternative zu bisherigen Methoden der Resistenzbestimmung, die allein auf klinischer Expertise basieren.

Quelle:
Deutsche Apotheker Zeitung, 7.7.2012

Patientenquittung

10. Juli 2012 | von

Die Bundesländer wollen die Rechte von Patienten und Patientinnen verbessern, indem sie unter anderem eine routinemäßige Patientenquittung fordern, die in patientenverständlicher Sprache formuliert ist. Eine solche Quittung soll neben den Diagnosen und erbrachten Leistungen zusätzlich noch Behandlungs- und Therapieempfehlungen, sowie Informationen zu Arzneimitteln beinhalten.Dies diene dem besseren Verständnis der eigenen Krankheit und einer aktiven, informierten Mitarbeit im Behandlungsprozess.

Desweiteren forden die Länder, dass Ärzte die Patienteninformation nicht nur erläutern, sondern diese auch auf Wunsch hin in Textform aushändigen.

Quelle:
Deutsche Apotheker Zeitung, 9.7.2012

Registerstudie in Finnland: Ist Antibiotika schuld?

04. Juli 2012 | von

Eine finnische Registerstudie konnte aufzeigen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Antibiotikagebrauch von Kindern und Jugendlichen und einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) besteht.

Dies konnte in Finnland deshalb so gut erforscht werden, weil dort alle Antibiotikaverordnungen in einem zentralen Register erfasst werden. So ließ sich beispielsweise kein Zusammenhang zwischen Antibiotikagebrauch und der Entstehung einer Colitis ulcerosa erkennen, sehr wohl jedoch eine Relation zu einer CED-Erkrankung.

Quelle:
SpringerMedizin.at, 23.5.2012

Studie:
Lauri, Virta et al. (2012). Association of Repeated Exposure to Antibiotics With the Development of Pediatric Crohn’s Disease—A Nationwide, Register-based Finnish Case-Control Study, American Journal of Epidemiology: kwr400v1-kwr400.

Sozialgericht Düsseldorf weist Klage gegen eGK ab

29. Juni 2012 | von

Das Sozialgericht Düsseldorf entschied in einem Pilotverfahren, dass sich Versicherte nicht von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) befreien lassen können. Die eGK beeinträchtigt nicht das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, da sie als Versicherungsnachweis eingesetzt wird und der Versicherte selbst bestimmen kann, welche neuen Informationen auf der eGK gespeichert werden dürfen.

Quelle:
Welt Online, 28.6.2012
Das Internetportal der Deutschen Apotheker Zeitung, 28.6.2012

Oberstes US-Gericht bestätigt Obamas Gesundheitsreform

29. Juni 2012 | von

Die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama inklusive der umstrittenen Versicherungspflicht ist nicht verfassungswidrig. Das bestätigte nun der Oberste Gerichtshof der USA.

In dem Gesetz geht es im Kern darum, über 30 Millionen unversicherten Amerikanern Zugang zu einer Krankenkasse zu ermöglichen. Am Ende sollen 95 Prozent aller Amerikaner versichert sein. Wer sich nicht versichert, obwohl er sich das finanziell leisten kann, muss mit Strafzahlungen rechnen.

Die obersten Richter stellten allerdings die Bedingung, dass die Zahlungen derjenigen, die sich nicht versichern, nicht als Geldbußen oder Strafen, sondern als Steuern eingestuft würden.

Quellen:
Focus Online, 28.6.2012
Welt Online, 28.6.2012

Software für die Entschlüsselung des menschlichen Genoms

22. Juni 2012 | von

Ärzte und anderes medizinisches Personal sollen schon bald rasch und kostengünstig die Genvarianten innerhalb des Genoms eines Patienten mittels entsprechender Software identifizieren können. Verschiedene Softwareunternehmen arbeiten an der Entwicklung innovativer IT-Produkte. Während die einen Web- und Cloud-basierte Dienste anbieten, setzen die anderen auf interne IT-Systeme, die in Kliniknetzwerken abgeschottet installiert werden, was datenschutzfreundlicher ist.

Quelle:
Heise online, 21.6.2012

RFID in der Zahnarztpraxis

22. Juni 2012 | von

Das Unternehmen Carestream Health stellt moderne medizinische und zahnmedizinische Bildgebungs- und Speichergeräte her. Ein Beispiel sind RFID (Radio-Frequency Identification) versehene Röntgenbildträger und entsprechende Lesegeräte, mit Hilfe derer der Übermittlungsprozess von Röntgenbildern via Wi-Fi automatisiert werden kann. Die Röntgenbilder sind eindeutig identifizierbar und innerhalb von Sekunden am gewünschten Computer abrufbar.

Quelle:
RFID Journal, 11.6.2012

Abstimmung zwischen Kliniken und Praxen verbessern

22. Juni 2012 | von

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) kritisiert die Kluft zwischen Krankenhäusern und Arztpraxen. Patienten werden hin und her geschoben, Behandlungspläne sind nicht abgestimmt. Der SVR schlägt deshalb ein Zukunftsmodell vor, das regional angelegt ist und Anreize schafft für eine sektorübergreifende Zusammenarbeit.

Das Modell sieht so aus: Alle Mediziner, egal ob Haus- oder Facharzt, Kliniker, Apotheker und Verantwortliche in der Reha sind gemeinsam für die Menschen, die in diesem Bereich leben, verantwortlich. Sie bekommen nach einem vorher definierten Schlüssel ein Budget und müssen gemeinsam Sorge tragen, dass die Menschen in ihrem Gebiet gesund sind, bleiben oder falls möglich wieder werden.

Quelle:
Der Spiegel, 21.6.2012

eGK findet Zustimmung in der Bevölkerung

22. Juni 2012 | von

Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ergibt, dass die Mehrheit der Deutschen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) begrüßt.

Danach finden 60 Prozent der 1.600 befragten Bürger über 16 Jahre es gut, dass eine solche Karte eingeführt wird. Nur 21 Prozent stehen der Gesundheitskarte skeptisch gegenüber. Die restlichen 19 Prozent sind noch unentschieden.

Eine von der Techniker Krankenkasse 2008 in Auftrag gegebene Studie (Branchenbarometer E-Health) kam zu ähnlichen Ergebnissen. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die Zustimmung zur eGK stark vom Alter der Befragten abhängt. Jeder zweite der über 60-Jährigen fürchtete, dem Prozedere künftig möglicher Anwendungen der eGK nicht gewachsen zu sein.

Quellen:
AOK-Gesundheitspartner.de, 13.6.2012
Pharmazeutische Zeitung online, 10/2009
na-presseportal.de, 26.2.2009

Hohe Geldstrafe für den Verlust von Patientendaten

11. Juni 2012 | von

Das Universitätskrankenhaus Brighton and Sussex University Hospitals NHS Trust hat eine Strafe in Höhe von umgerechnet 400.000 Euro wegen des Verlusts von zehntausenden Patientendaten kassiert. Einem Bericht der britischen Zeitung Independent zufolge wurden die Patientendaten später bei eBay feilgeboten.

Zwar ist für den Verlust von derart persönlichen Daten keinesfalls eine elektronische Speicherung nötig (vgl. Quelle), aber die Akzeptanz von Mammutprojekten wie der eGK dürfte durch solche Meldungen nicht steigen.

Quelle: Telepolis