eGK soll künftig Organspende-Status enthalten
Der Bundestag beschloss, dass die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ab dem Jahr 2017 auch den Organspende-Status eines Patienten enthalten soll. Vorab würden künftig jedes zweite Jahr alle Bundesbürger ab dem 16. Lebensjahr, hinsichtlich ihrerer Bereitschaft zur Organspende befragt. Im Falle der Zustimmung wird diese Information dann auf der eGK vermerkt.
Dies diene der verbesserten und vereinfachten Dokumentation der Bereitwilligkeit zur Organspende.
Die Speicherung der Organspendebereitschaft soll vom Arzt vorgenommen werden, kann aber auch vom Patienten in der sicheren Umgebung eines Patientenkiosks bei einer Krankenkasse durchgeführt werden.
Seit dem 1.11.2012 besteht nun auch in Deutschland die Möglichkeit die eigene Bereitschaft zur Organspende auf seinem Facebook Profil zu vermerken.
Quelle:
Heise Online, 25.5.2012
Biodatenbank für bessere Diagnosen
Das medizinische Proteom-Center der Ruhr-Universität Bochum identifiziert Proteine, wodurch erkennbar wird, wie sich Zellen bei Erkrankungen verändern.
Zur Verwaltung der dabei bisher entstandenen ungeheuren Datenflut wurde eine Wissensdatendbank mit dem Namen „CentraXX“ entwickelt. Die Patientendaten werden dabei an einer zentralen Stelle erfasst und können dann bei Bedarf wieder aufgerufen werden.
Mit Hilfe dieses IT-Systems soll sowohl die Koordination aller beteiligten Ärzte verbessert, als auch die Entscheidung für die richtige Thearpie eines Patienten vereinfacht werden.
Quelle:
deutsches Ärzteblatt, 20.7.2012
EU-weites Frühwarnsystem
Nach der letzten EHEC Epidemie überarbeitet die EU ihr Frühwarnsystem. Mittels einer Online-Meldeplattform soll die Kommunikation zwischen den Mitgliedsstaaten verbessert und verdächtige Anzeichen für Gesundheitsrisiken effizienter erfasst werden.
Sobald diesbezüglich ein konkreter Verdacht auftritt, trägt der jeweilige Staat das betroffene Produkt, Riskio, die ergriffenen Gegenmaßnahmen und die geografische Herkunft des Produkts ein. Diese Datenbank verschafft den anderen Mitgliedsstaaten wiederum die Möglichkeit frühzeitig zu erkennen, inwiefern sie betroffen sind.
Quelle:
deutsches Ärzteblatt, 20.7.2012
Kenia: Mobiltelefone bereichern das Gesundheitssystem
In Kenia haben vier Studenten ein System entwickelt, das es ermöglicht, die Ausbreitung von Krankheiten im Land einfach, schnell und günstig zu erfassen.
Bisher wurden die unzähligen, teils handgeschriebenen Meldungen über Neuinfektionen aus über 5000 Praxen im Land, in den regionalen Büros der staatlichen Gesundheitsbehörde von Hand in eine Datenbank eingetragen.
Dieses mühselige und ineffiziente System wurde von den Studenten aufgegriffen und komplett überarbeitet. Im Mittelpunkt steht dabei das allbekannte Handy. Mit dessen Hilfe können Gesundheitshelfer in Kenia heute von überall aus Informationen an eine zentrale Datenbank übermitteln.
Quelle:
heise online, 27.6.2012
Computer kann Nebenwirkungen vorhersagen
Ein neues Computermodel, von Forschern aus den USA entwickelt, kann Nebenwirkungen von verschiedensten Medikamente vorhersagen. Dabei bedient es sich nicht lediglich einer Datenbank mit möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten, sondern vergleicht die chemischen Strukturen eines Wirkstoffs mit solchen Molekülen, die für die Verursachung von Nebenwirkungen bekannt sind.
Quelle:
Science Daily, 11.6.2012
Organe drucken statt spenden
Forschern ist es gelungen, Gewebe mit einem 3D-Druckverfahren herzustellen. Statt wie bisher Organe mühsam zu züchten, soll diese alternative Methode die Zellen gezielt platzieren und das gewünschte Organ Lage für Lage nachformen.
Das Prinzip ist immer dasselbe: Eine Konstruktionszeichnung wird mithilfe eines Schichtdruckverfahrens computergesteuert in ein dreidimensionales Gebilde übersetzt. Dabei wird zum Beispiel feines Kunststoffgranulat mit einem energiereichen Laserstrahl gezielt dort ausgehärtet, wo feste Strukturen entstehen sollen.
Quelle:
Wirtschaftswoche, 15.7.2012
Die Therapie der Zukunft wird durch Selbstbeobachtung mitbestimmt
Die wirklich wichtigen Daten lassen sich nur im Alltag des Patienten erheben. Die Zukunft der Therapie wird deshalb weniger in der Momentaufnahme beim Arzt gesehen, als vielmehr in der kontinuierlichen Selbstbeobachtung durch den Patienten mit Hilfe von neuen Kommunikationstechnologien.
Mit modernen Smartphones stehen dem Patienten Dokumentationsgeräte zur Verfügung, die den Besitzer zu bestimmten Uhrzeiten anklingeln, ihn an die Einnahme von Tabletten erinnern, ihm einen Fragebogen vorlegen und diese Aufzeichnungen dann mit GPS-Daten verbinden, wenn z.B. eine Bewegungsstudie erstellt werden soll.
Quelle:
Offizielles Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen, 22.6.2012
Einheitliche Krebsregister in den Bundesländern
Das Gesundheitsministerium plant ein verbessertes Konzept zur Krebsvorsorge und -behandlung. Laut einem Referentenentwurf aus dem Gesundheitsministerium sollen die Krankenkassen zukünftig dazu gezwungen werden, Versicherte gezielt zu einer Früherkennung von Darm- und Gebärmutterhalskrebs einzuladen. Die Kostenübernahe solcher Untersuchungen soll nicht mehr wie bisher vom Alter der Patienten abhängen, stattdessen aber von medizinischen Kriterien.
Weiterhin sollen die Bundesländer dazu verpflichtet werden einheitliche Krebsregister einzuführen.
So sollen die in den einzelnen Ländern erhobenen Daten von Tumorpatienten vergleichbar erfasst werden. In Krebsregistern werden Zahlen über Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorkrankheiten gespeichert.
Quelle:
Spiegel.de, 9.7.2012